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Lackpflege

Wann reicht eine Politur und wann ist eine Lackierung sinnvoll?

Illustrative Darstellung: Lackkorrektur und Politur

Nicht jeder Kratzer braucht Spritzkabine. Entscheidend ist, ob der Schaden noch im Klarlack sitzt oder die Farbschicht betroffen ist – und wie viel Material wir beim Abtragen noch entfernen dürfen, ohne den Lack dauerhaft zu dünnen.

So ist ein Serienlack aufgebaut

Modernes Autolackierungssystem besteht aus Grundierung, Basisfarbe und Klarlack. Der Klarlack schützt Pigment und Metallic-Effekt. Leichte Gebrauchsspuren – Waschkratzer, leichte Schleierspuren – liegen meist nur in dieser obersten Schicht.

Wann Politur und Lackkorrektur reichen

Bei der Lackkorrektur entfernen wir kontrolliert eine dünne Klarlackschicht mit Poliermittel und Pad. Sinnvoll ist das, wenn:

  • der Kratzer mit dem Fingernagel nicht „hängen bleibt“
  • keine Farbe sichtbar freiliegt
  • die Fläche insgesamt matt oder hologrammartig wirkt, der Lack aber intakt ist

Grenze der Politur

Jede Korrektur nimmt Klarlack ab. Ist der Klarlack bereits dünn oder der Kratzer tief, wird Politur unsicher: Der Schaden bleibt sichtbar oder der Lack wird anfälliger. Dann ist Lackierung die sauberere Lösung.

Wann Teillackierung nötig wird

Sobald Basisfarbe freiliegt, Kunststoff grau durchscheint oder der Schaden nach Spachtel und Grundierung neu aufgebaut werden muss, gehört das in den Lackierprozess. Typische Fälle: tiefe Parkrempler, Steinschläge mit Ausbruch, durchgeritzte Streifspuren bis auf Blech.

Die Farbtonabstimmung spielt dann wieder eine Rolle – bei Politur entfällt dieser Schritt auf der beschädigten Stelle.

Der Nageltest – hilfreich, aber nicht alles

„Fährt der Nagel rein?“ ist ein grober Orientierungstest. Manche flachen Kratzer fühlen sich weich an, sind aber dennoch zu tief für eine dauerhafte Korrektur. Umgekehrt wirken oberflächliche Waschstriemen dramatischer, lassen sich aber oft mehrstufig polieren. Deshalb prüfen wir unter Streiflicht und messen die Restklarlackdicke, wenn nötig.

Kombination aus Karosserie, Lack und Politur

Nach einer Karosseriereparatur wird neu grundiert und lackiert; anschließend kann ein Finish-Politurschritt den Übergang zum Altlack weicher machen. Reine Politur ersetzt keine Beul- oder Spachtelarbeit.

Häufige Fragen

Entfernt Politur Kratzer dauerhaft?

Ja, solange genug Klarlack vorhanden ist und der Defekt nur darin liegt. Tiefe Schäden werden optisch nicht stabil genug korrigiert.

Kann ich zu Hause mit Handpolitur nachhelfen?

Leichte Schleierspuren ja – mit Vorsicht. Tiefe Kratzer oder unbekannte Lackdicke riskieren Durchpolieren. Bei Unsicherheit lieber begutachten lassen.

Ist Politur günstiger als Lackieren?

Oft ja, weil kein Farbaufbaus nötig ist. Der Preis hängt vom Fahrzeugumfang ab; Orientierung finden Sie unter Preise.

Was ist mit frisch lackierten Teilen?

Frisch lackierte Flächen sollten zuerst aushärten. Mehr dazu im Artikel Pflege frisch lackierter Teile.

Weitere Artikel: Keramik oder Wachs · Farbtonbestimmung

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