Lackierung
Wie wird der passende Farbton für eine Autolackierung bestimmt?

Bei einer Teillackierung reicht der Lackcode aus dem Fahrzeugschein selten allein. Sonne, Alterung, Nachlackierungen und Effektlacke verschieben den sichtbaren Ton – deshalb kombinieren wir Herstellerangaben mit Messung und einer Probe am Bauteil.
Ausgangspunkt: Lackcode und Fahrzeugdaten
Der Farbcode steht im Fahrzeugschein, am Typenschild oder im Serviceheft. Er benennt die werkseitige Rezeptur des Herstellers. Das ist unsere Basis, nicht das Endprodukt am Auto: Ein Fahrzeug mit zehn Jahren Standzeit hat oft einen leicht anderen Glanzton als frisch aus der Produktion.
Wir notieren Marke, Modell, Baujahr und Code. Bei Mehrschicht- oder Effektlacken (Metallic, Perlmutt) kommen häufig mehrere Schichten zum Einsatz – Klarlack und Pigmentschicht müssen zusammenpassen.
Digitale Farbmessung am Fahrzeug
Mit einem Spektrometer messen wir an unbeschädigten, sonnengeschützten Stellen – typischerweise an der gegenüberliegenden Seite oder an einer Türinnenseite. So erfassen wir den aktuellen Zustand des Lacks, nicht nur die Werksvorgabe.
Warum nicht direkt am Schaden messen?
Am beschädigten Bereich fehlen oft Schichten, es gibt Staub, Korrosion oder alte Spachtel. Messwerte dort wären verfälscht. Die Referenz muss vom intakten Nachbarlack kommen.
Mischton und Feinabstimmung in der Lackiererei
Herstellersysteme liefern eine Grundrezeptur zum Code. In der Praxis justieren Lackierer mit Toner nach – etwas mehr Rotstich, weniger Blau, andere Klarlack-Struktur. Das ist normal und kein „Herumprobieren“, sondern Angleichung an das real ausgehärtete Fahrzeug.
- Probe auf Loseblech oder Abdeckfolie unter Kabinenlicht
- Vergleich direkt am zu lackierenden Bauteil (noch unlackiert, aber grundiert)
- Erst danach Start des Farbaufbaus
Bei Komplettlackierungen ist die Toleranz oft großzügiger, weil das gesamte Fahrzeug einheitlich wirkt. Bei Teillackierung entscheidet der Übergang zur Nachbarfläche über den Eindruck.
Typische Stolpersteine
Vorlackierungen und Unfallreparaturen
Wurde eine Kotflügel schon einmal lackiert, kann der Ton dort vom Rest abweichen. Dann messen wir mehrere Referenzpunkte und wählen den Bereich, der optisch zum größten sichtbaren Panel passt.
Effektlacke und Klarlack
Metallic und Perlmutt verändern sich mit dem Betrachtungswinkel. Wir prüfen den Ton aus mehreren Blickwinkeln und im diffusen Licht der Lackierkabine, nicht nur unter der Werkstatt-LED.
Was Sie als Halter vorbereiten können
Code und Fotos des Schadens helfen bei der Terminplanung. Für die verbindliche Farbbestimmung brauchen wir das Fahrzeug vor Ort – Messung und Probe am Blech sind nicht per Foto ersetzbar. Orientierung zu Kosten finden Sie auf unserer Seite Preise.
Häufige Fragen zur Farbtonbestimmung
Reicht der Lackcode allein für eine Teillackierung?
In den meisten Fällen nein. Der Code ist der Startpunkt; gemessen und abgestimmt wird am Fahrzeug, damit der Übergang zum Altlack nicht sichtbar wird.
Kann ich meinen Lackcode per E-Mail schicken?
Ja, das erleichtert die Vorbereitung. Verbindlich wird der Ton erst nach Messung und Sichtprüfung in der Werkstatt festgelegt.
Was, wenn mein Fahrzeug stark verblasst ist?
Dann orientieren wir uns am Ist-Zustand der Flächen, die neben dem neu lackierten Teil liegen – nicht am werkseitigen Farbmuster aus dem Internet.
Gehört Farbabstimmung zum Preis der Teillackierung?
Die Abstimmung ist Teil des Lackierprozesses. Der Gesamtpreis hängt vom Bauteil und Vorbereitungsaufwand ab; Details klären wir in der Begutachtung.
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