Ausbeultechnik
PDR / Ausbeultechnik: Welche Dellen lassen sich ohne Lackierung reparieren?

Bei PDR (Paintless Dent Repair) formen wir Blech und lackierte Oberflächen von innen oder mit Hebelwerkzeugen zurück – ohne Spritzlack. Ob das klappt, hängt weniger von der Größe allein ab als vom Zugang, der Spannung im Blech und vom Zustand des Lacks.
Grundidee der Ausbeultechnik
Der Lack auf modernen Fahrzeugen ist elastisch genug, einer kontrollierten Verformung standzuhalten, wenn das Blech wieder in seine ursprüngliche Form gebracht wird. Werkzeuge greifen hinter dem Panel – über Türöffnungen, nach abgenommenen Verkleidungen oder durch technische Öffnungen. So lässt sich der „Hügel“ der Delle von innen nach außen drücken oder per Hebeltechnik ausgleichen.
Mehr zur Leistung in der Werkstatt: Ausbeultechnik / PDR.
Geeignete Dellen – typische Merkmale
- runde oder oval eingedrückte Flächen ohne scharfe Kante (Hagelschaden oft gut geeignet)
- Lack intakt, keine Risse oder abgesplitterte Klarlackkanten
- ausreichender Zugang zur Rückseite des Blechs
- keine extreme Dehnung oder „scharfe“ Falte im Metall
Hagelschaden
Viele kleine Dellen auf Dach oder Motorhaube sind klassische PDR-Fälle, sofern der Lack nicht durchschlagen ist. Der Aufwand steigt mit der Anzahl der Eindrücke und der Notwendigkeit, Verkleidungen zu demontieren.
Wann PDR nicht reicht
Bei Lackrissen, abgebrochenem Klarlack an der Delle oder sichtbar verzogenen Kanten reicht Ausbeulen nicht. Dann folgen Richtarbeit, Spachtel, Grundierung und Teillackierung. Das gilt auch, wenn das Blech „gestreckt“ wurde und die Oberfläche wellig bleibt, selbst wenn die Delle flacher wirkt.
Schwer erreichbare Bereiche
Sehr tiefe Kotflügel, verstärkte Seitenwände oder Bereiche hinter Trägern sind manchmal nur eingeschränkt zugänglich. Dann prüfen wir, ob eine Kombination aus Teilausbeulen und lokaler Nachbearbeitung sinnvoller ist als ein kompletter Austausch des Bauteils.
PDR vs. klassische Instandsetzung
Vorteil PDR: Originalwerk-lack bleibt erhalten, kein Farbabgleich nötig, oft kürzere Durchlaufzeit. Nachteil: klare technische Grenzen. Bei Unsicherheit entscheiden wir nach Sichtprüfung und Test an der Delle – nicht nach Foto allein.
Nach einem Parkschaden lohnt sich eine frühe Prüfung: Kleine Delle am Stoßfänger aus Kunststoff ist übrigens kein PDR-Fall am Blech, sondern ggf. Reparatur oder Austausch des Kunststoffteils.
Ablauf bei uns
- Sichtprüfung und Beurteilung von Zugang und Lackzustand
- Kostenschätzung – Orientierung auch auf der Seite Preise
- Ausbeulen, Feinkontrolle im Streiflicht
- optional: leichte Politur, wenn Werkzeugkontakt minimale Spuren hinterlassen hat
Häufige Fragen zu PDR
Wie groß darf eine Delle maximal sein?
Es gibt keine feste Zentimeter-Grenze. Entscheidend sind Form, Tiefe, Zugang und ob der Lack mitverformt werden kann, ohne zu reißen.
Bleiben Dellen komplett unsichtbar?
Bei geeigneten Schäden ist das Ergebnis im Alltag oft nicht mehr wahrnehmbar. Stark gestrecktes Blech kann in Streiflicht feine Spuren behalten – das besprechen wir vorab.
Übernimmt die Versicherung PDR?
Das hängt von Police und Schadenfall ab. Wir stellen die technische Dokumentation für Ihre Anfrage bereit; die Abwicklung klären Sie mit Ihrer Versicherung.
Kann ich Hagelschaden-Fotos schicken?
Gern – für eine erste Einschätzung. Verbindlich planen wir erst nach Begutachtung am Fahrzeug in Berlin.
Weitere Artikel: Parkschaden · Farbtonbestimmung
Begutachtung anfragen